Mittwoch, 30. Oktober 2013

Die Götter und ich

Ich muss zugeben, dass ich mich noch lange nicht festgelegt habe, was meinen Glauben betrifft. "Den" Pfad habe ich nach einem knappen halben Jahr noch nicht gefunden. Meine Vorstellungen von den Göttern ändert sich noch manchmal, aber inzwischen scheinen es eher "Feinjustierungen" zu sein, die sich da noch in meinem Kopf (und meinem Herzen) vollziehen.
Ich möchte euch nun das Bild vorstellen, das für mich am gefestigtsten ist.

Ich glaube an die Große Göttin, die die Welt zwar nicht erschaffen hat (dazu bin ich zu "wissenschaftlich" aufgewachsen), aber sie am Leben, am Wachsen hält. Sie ist der Funke, der das Jahresrad dreht, sie ist der rauschende klare Bach, der das Schicksal mit sich trägt. Sie ist auch die Knospe, die im Frühling die Hoffnung auf neues Leben Wirklichkeit werden lässt, und der Geruch der bunten Blumen im Sommer. Die Göttin ist in den Blättern, die im Herbst wie goldene Flammen herabsegeln, und sie ist die Dunkelheit, die sich im Winter über das Land legt.

An ihrer Seite wacht Cernunnos, der Gehörnte, der Gott der Wildnis aus der keltischen Mythologie. Er gibt seine Kraft an die Erde weiter und stirbt an Samhain, damit im Frühling neues Leben entstehen kann. Er ist (zumindest bisher) der einzige Gott, den ich verehre. Irgendwie fühle ich mich doch mehr den Göttinnen verbunden.

Die Göttinnen. Sie alle sind Verkörperungen der Großen Göttin, und doch so unterschiedlich, wie es alle Menschen auch sind.
Im Jahreslauf erscheint mir die Göttin als Triade: Im Frühling ist sie Brighid, eine junge Göttin voller Lebenskraft, Wärme und Liebe.
Im Sommer, nach Beltane, ist sie Bastet, die ägyptische Göttin der Katzen und der Fruchtbarkeit. Eine schwangere Göttin, die ihr Kind trägt, den an Beltane wiedergezeugten Cernunnos. Sie ist nun voller Kraft und lässt die Pflanzen sprießen.
Dann, im Herbst und im Winter, wird die Große Göttin zu Hekate, der Göttin der Magie, des Hexentums und der Kreuzwege. Sie ist meine Schutzgöttin, an die ich mich in stiller Zwiesprache wende, wie man zu einer guten Freundin spricht.
Hekate erscheint meist als alte Frau voller Weisheit; sie steht für den Tod, das Alter und den Herbst.

So, das soll für heute genügen. Ich weiß nicht, ob ich diesen Post in einem Jahr genauso verfassen würde, aber durch das Aufschreiben bin ich mir auf jeden Fall klarer über meine Vorstellungen der Götter geworden.

Dienstag, 29. Oktober 2013

Samhain- Die Zeit der Stille

In der Nacht des 31. Oktobers ist es wieder soweit: Nebel steigt auf, die Schleier zwischen den Welten senken sich, und die Stille hält Einzug. Samhain ist da.
Es ist das Fest der Ahnen, das letzte der Erntefeste, und manche feiern an diesem Tag auch den Neubeginn des Jahresrads.
 Rusha, „Baum im Nebel“, CC-Lizenz (BY 2.0)
http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de
Alle Bilder stammen aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de


Heute gedenken wir den Toten, unseren Lieben, die von uns gegangen sind. Lautlos senkt sich der Nebel zwischen ihrer Welt und der unseren. Man kann eine Kerze ins Fenster oder vor die Tür stellen, um den Geistern der Verstorbenen den Weg zu weisen, damit sie sich nicht verirren auf ihrem Weg durch die Welt der Lebenden.
Samhain ist für mich die Zeit der Stille, der Einsamkeit und der Melancholie. Draußen taumeln die Blätter im kühlen Herbstwind zu Boden und bilden raschelnde Teppiche der Vergänglichkeit. Der Sturm rüttelt klagend an den Häusern, zerrt an den Ästen der kahler werdenden Bäume.
Die Tage werden kürzer, die Nächte länger, und die Natur bereitet sich auf den langen Schlaf vor, um dann umso kraftvoller wieder zu erwachen.
Alles vergeht in dieser Zeit, und doch brennt der Funke des Lebens, der uns hoffen lässt, und die Trauer vergeht.

Die Göttin ist nun in ihrer dritten Gestalt zu sehen: Als alte Frau in schwarzen Kleidern, gebeugt von Alter und Trauer um ihren Sohn, dem Gehörnten Gott, der sich opfert, damit neues Leben entstehen kann. Doch auch Weisheit scheint in ihren Augen, Weisheit, die sie an ihre Kinder weitergibt.
Für mich ist sie nun Hekate, Göttin der Magie und Herrin der Kreuzwege; andere sehen sie vielleicht als die Morrigan oder Hel.

Doch was lernen wir aus dieser stillen Zeit, aus dem Fest Samhain?
Ich denke, dass wir nun die Möglichkeit haben, tief in uns hineinzuhorchen und zu fühlen, was uns das Jahr gebracht hat. Was habe ich erreicht? Welche Dinge haben mir Freude bereitet? Wie sah der Weg aus, auf dem ich in diesem Jahr gewandelt bin? Es ist eine Zeit der Rückschau und der inneren Einkehr, doch kann man sich auch Gedanken über die Zukunft machen. Welchen Weg möchte ich gehen? Was ist noch unvollendet in diesem Jahr, was muss noch geschafft werden?

Ich glaube, wenn man sich an Samhain und den Tagen davor und danach mit diesen Fragen auseinandersetzt- sei es gemütlich bei einer Tasse Tee und Kerzenschein, während draußen der Wind heult, oder in stiller Zwiesprache mit den Göttern, oder beim Orakeln- dann kann man gestärkt und voller Zuversicht auf die dunkle und neblige, doch trotzdem wunderschöne Zeit vor uns blicken.
 John Morgan, „Ghost Trees“, CC-Lizenz (BY 2.0)
http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de
Alle Bilder stammen aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de

(c) Maeve 2013

Willkommen!

Willkommen auf den Mondpfaden, einem Blog, der ganz frisch aus den Wolken hervorgeschlüpft ist. Hier schreibt eine angehende Hexe (18 Jahre) Interessantes, Informatives und Persönliches zu ihren ersten Schritten auf dem Alten Pfad, auf dem Weg der Götter und Magie.
Was mich dazu getrieben hat, meine Gedanken öffentlich zu machen: Ich möchte Kontakte knüpfen, und nicht zuletzt mein Wissen und meine Meinungen weitergeben und zur Diskussion stellen. Neues lernen und alte Denkweisen abwerfen steht für mich dabei im Vordergrund. Außerdem möchte ich mir klarer über mich und meine Vorstellungen von den Göttern, der Magie und der Welt allgemein werden, indem ich diese aufschreibe.
Nun wünsche ich euch eine angenehme, hoffentlich kurzweilige Reise auf den Mondpfaden, auch wenn hier (noch) nicht sehr viel zu finden ist.

Eure Maeve