Es ist das Fest der Ahnen, das letzte der Erntefeste, und manche feiern an diesem Tag auch den Neubeginn des Jahresrads.
Rusha, „Baum im Nebel“, CC-Lizenz (BY 2.0)
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Alle Bilder stammen aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de
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Heute gedenken wir den Toten, unseren Lieben, die von uns gegangen sind. Lautlos senkt sich der Nebel zwischen ihrer Welt und der unseren. Man kann eine Kerze ins Fenster oder vor die Tür stellen, um den Geistern der Verstorbenen den Weg zu weisen, damit sie sich nicht verirren auf ihrem Weg durch die Welt der Lebenden.
Samhain ist für mich die Zeit der Stille, der Einsamkeit und der Melancholie. Draußen taumeln die Blätter im kühlen Herbstwind zu Boden und bilden raschelnde Teppiche der Vergänglichkeit. Der Sturm rüttelt klagend an den Häusern, zerrt an den Ästen der kahler werdenden Bäume.
Die Tage werden kürzer, die Nächte länger, und die Natur bereitet sich auf den langen Schlaf vor, um dann umso kraftvoller wieder zu erwachen.
Alles vergeht in dieser Zeit, und doch brennt der Funke des Lebens, der uns hoffen lässt, und die Trauer vergeht.
Die Göttin ist nun in ihrer dritten Gestalt zu sehen: Als alte Frau in schwarzen Kleidern, gebeugt von Alter und Trauer um ihren Sohn, dem Gehörnten Gott, der sich opfert, damit neues Leben entstehen kann. Doch auch Weisheit scheint in ihren Augen, Weisheit, die sie an ihre Kinder weitergibt.
Für mich ist sie nun Hekate, Göttin der Magie und Herrin der Kreuzwege; andere sehen sie vielleicht als die Morrigan oder Hel.
Doch was lernen wir aus dieser stillen Zeit, aus dem Fest Samhain?
Ich denke, dass wir nun die Möglichkeit haben, tief in uns hineinzuhorchen und zu fühlen, was uns das Jahr gebracht hat. Was habe ich erreicht? Welche Dinge haben mir Freude bereitet? Wie sah der Weg aus, auf dem ich in diesem Jahr gewandelt bin? Es ist eine Zeit der Rückschau und der inneren Einkehr, doch kann man sich auch Gedanken über die Zukunft machen. Welchen Weg möchte ich gehen? Was ist noch unvollendet in diesem Jahr, was muss noch geschafft werden?
Ich glaube, wenn man sich an Samhain und den Tagen davor und danach mit diesen Fragen auseinandersetzt- sei es gemütlich bei einer Tasse Tee und Kerzenschein, während draußen der Wind heult, oder in stiller Zwiesprache mit den Göttern, oder beim Orakeln- dann kann man gestärkt und voller Zuversicht auf die dunkle und neblige, doch trotzdem wunderschöne Zeit vor uns blicken.
John Morgan, „Ghost Trees“, CC-Lizenz (BY 2.0)
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(c) Maeve 2013

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