Ich muss zugeben, dass ich mich noch lange nicht festgelegt habe, was meinen Glauben betrifft. "Den" Pfad habe ich nach einem knappen halben Jahr noch nicht gefunden. Meine Vorstellungen von den Göttern ändert sich noch manchmal, aber inzwischen scheinen es eher "Feinjustierungen" zu sein, die sich da noch in meinem Kopf (und meinem Herzen) vollziehen.
Ich möchte euch nun das Bild vorstellen, das für mich am gefestigtsten ist.
Ich glaube an die Große Göttin, die die Welt zwar nicht erschaffen hat (dazu bin ich zu "wissenschaftlich" aufgewachsen), aber sie am Leben, am Wachsen hält. Sie ist der Funke, der das Jahresrad dreht, sie ist der rauschende klare Bach, der das Schicksal mit sich trägt. Sie ist auch die Knospe, die im Frühling die Hoffnung auf neues Leben Wirklichkeit werden lässt, und der Geruch der bunten Blumen im Sommer. Die Göttin ist in den Blättern, die im Herbst wie goldene Flammen herabsegeln, und sie ist die Dunkelheit, die sich im Winter über das Land legt.
An ihrer Seite wacht Cernunnos, der Gehörnte, der Gott der Wildnis aus der keltischen Mythologie. Er gibt seine Kraft an die Erde weiter und stirbt an Samhain, damit im Frühling neues Leben entstehen kann. Er ist (zumindest bisher) der einzige Gott, den ich verehre. Irgendwie fühle ich mich doch mehr den Göttinnen verbunden.
Die Göttinnen. Sie alle sind Verkörperungen der Großen Göttin, und doch so unterschiedlich, wie es alle Menschen auch sind.
Im Jahreslauf erscheint mir die Göttin als Triade: Im Frühling ist sie Brighid, eine junge Göttin voller Lebenskraft, Wärme und Liebe.
Im Sommer, nach Beltane, ist sie Bastet, die ägyptische Göttin der Katzen und der Fruchtbarkeit. Eine schwangere Göttin, die ihr Kind trägt, den an Beltane wiedergezeugten Cernunnos. Sie ist nun voller Kraft und lässt die Pflanzen sprießen.
Dann, im Herbst und im Winter, wird die Große Göttin zu Hekate, der Göttin der Magie, des Hexentums und der Kreuzwege. Sie ist meine Schutzgöttin, an die ich mich in stiller Zwiesprache wende, wie man zu einer guten Freundin spricht.
Hekate erscheint meist als alte Frau voller Weisheit; sie steht für den Tod, das Alter und den Herbst.
So, das soll für heute genügen. Ich weiß nicht, ob ich diesen Post in einem Jahr genauso verfassen würde, aber durch das Aufschreiben bin ich mir auf jeden Fall klarer über meine Vorstellungen der Götter geworden.
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